Notfallsedierung Part 1 – auf den Plan kommt es an!

Bei maximal aggressiven Patienten, u.a. bei psychotische Episoden bei Drogenkonsum kann eine Notfallsedierung notwendig sein.
Welche Tipps und Tricks es dabei gibt und welche Fallen ihr unbedingt vermeiden sollt – mehr dazu im Video!


Vor jeder Notfallsedierung wenn irgendwie möglich abklären:
Ist eine Notfallsedierung = Gewaltanwendung notwendig?
Ist eine Deeskalation möglich?
Gibt es erklärbare/reversible Gründe für die Aggression?
  • insbes. Blutzucker / Hypoxie / Trauma
Welche Situation liegt vor?
Danach Wahl der „Standard-Therapie“ – „Upgrade-“ und „Rescue-Strategie“.
Generell gilt: Fixierung ist Teamsport!
Die goldenen Regeln:
  • Selbstschutz hat Priorität
  • Kontrolliere den Kopf!
  • Zahlenmäßige Überlegenheit – eine Person pro Extremität!
„Legal highs“, verwirrt, delirant – aber NICHT gefährdent / aggressiv:
  • Standard: Lorazepam 1-2,5mg po
  • Upgrade: Haloperidol 5-10mg im
  • Rescue: „Aggressions-Algorithmus“
Maximal aggressiver Patient:
  • Standard: Midazolam 5-15mg intranasal (mit MAD)
  • Upgrade: Propofol 30-viel mehr mg iv (+ kontinuierlich)
  • Rescue: Ketamin 200-500mg im

Autor: gophilipp

Ich bin begeisterter Notfallmediziner aus Nürnberg. Ich arbeite in der Notaufnahme und als Notarzt sowie ärztlicher Dozent und versuche mich mit Nerdfallmedizin an der FOAMed Welt zu beteiligen.

3 Kommentare zu „Notfallsedierung Part 1 – auf den Plan kommt es an!“

  1. Hallo Männer`s

    schöner interessanter Beitrag.
    MAD`s benutzen wir schon seit ein paar Jahren, pro Nasenloch ca. 1ml …dann etwas warten und eventl. noch mal eine Dosis, bei mehr ml pro Nasenloch läuft die Brühe raus oder in den Rachen und der Patient schluckt es runter oder Spuckt es raus.
    (Wir haben auch das Problem das Patienten uns oder die Polizei anspucken, dafür haben wir Spuckhauben für die „Patienten“ angeschafft…Suchmaschine Spuckhauben Polizei. Allein schon wegen der Gefahr von Krankheiten wie Hepatitis, Adis usw.)
    Man sollte aber nicht vergessen das es von den „Medikamenten Herstellern“ so weit ich es weiß nicht für Nasale Gabe vorgesehen ist also „Leider“ immer noch „Off-Label-Use“ oder liege ich da falsch?
    Nichtdestotrotz machen wir es so 😉

    Ketamin in unseren Fall Ketanest S (ein Medikament mit großer Zukunft selbst bei „Kardialen Vorgeschichten“…)
    in den „hohen“ Dosen i.m. würde bei uns, da wir 25mg/5ml und 25ml/1ml haben.
    Hier also 25mg/1ml d.h. bei mindesten 100mg = 4ml besser 200mg=8ml ….das ist vom Volumen her schon heftig auch bei großen Oberschenkel…wir haben zumindest keine höher Dosierte Ampullen…welche Ampullen-Dosierungen habt ihr zur Verfügung ?

    LG. Micha

    1. Hi Micha, wir haben die selben Ampullen! Natürlich ist eine Menge Volumen für eine i.m. Gabe aber die 250mg Esketamin a 10ml sind trotzdem problemlos im Notfall applizierbar.
      Viele Grüße!

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