DOPE! Oder: der akute Beatmungsnotfall

Wenn das Beatmungsgerät roten Alarm gibt, oder die Sättigung des beatmeten Patienten plötzlich ins Bodenlose fällt ist schnelles Handeln entscheidend.

Wir stellen euch einen einfachen Ablauf vor, wie man beim akuten Beatmungsproblem schnell und fokussiert zum Problemlöser wird. DOPE und HAND!

Zwei einfache Akronyme helfen in dieser kritischen Situation:

DOPE und HAND.

Einerseits müssen wir herausfinden, was das Problem ist – und parallel dazu muss die Behebung stattfinden.

DOPE hilft bei der Problemsuche, HAND dann mit der Behandlung.

DOPE HAND

 DOPE

  • D (Dislokation Tubus)
  • O (Obstruktion Beatmungssystem / Tubus)
  • P (Patient)
    • Pneumothorax?
    • Kreislaufversagen / -stillstand?
  • E (Equipment)
    • Beatmungsgerät, Beatmungsschlauch
    • Sauerstoff-Anschluss defekt etc.

 HAND

  • H (Hand) – Patient an „die Hand“ (= den Beatmungsbeutel) mit 100% O2 nehmen. Dabei dann:
    • Hören (Atemgeräusche? Rassel-/Nebengeräusche? Cuffleak?)
    • Sehen (Thoraxhebung? Lage Tubus (Fixierung Zahnreihe)?)
    • Fühlen (Wie fühlt sich die Beatmung an?)
  • A (Absaugen)
  • N (Neueinstellung des Beatmungsgerätes)
    • Sind die aktuellen Einstellungen sinnvoll? Wurden diese vielleicht akzidentiell verändert?
    • Air-Trapping bei Obstruktion?
  • D (Diagnostik)
    • Thoraxsonographie (Pneumothorax? B-Lines?)
    • (arterielle) Blutgasanalyse
    • ev. „Schock-Sonographie“ bei V.a. Kreislaufdepression
    • ev. Röntgen (CAVE: Hier oft Zeitverzögerung, je nach Verfügbarkeit!)
    • ev. Bronchoskopie

Autor: Martin Fandler

I like EM, critical care, prehospital EM, medical education and #FOAMed too.

3 Kommentare zu „DOPE! Oder: der akute Beatmungsnotfall“

  1. Hatte so einen Fall während des Blocksemester (Med-Studentin). Patient benötigte eine Bauchlagerung und im OP nach der Einleitung zeigte das Gerät Druckverlust an. Der Anästhesist saugte ab, ersetzte am Ende auch den Tubus aber fand das Leak nicht.
    Ich stand zum Glück neben dem Patienten und HÖRTE und FÜHLTE einen Luftstrom – und fand das Loch im Beatmungsschlauch vom Tubus zum Gerät.
    Hören – Sehen – Fühlen hat geholfen. Hätten den Tubus garnicht ersetzen müssen.
    Wieder was gelernt.

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