Übergabe bei Trauma – ATMIST

Ein Einsatz mit polytraumatisiertem Patienten, dank des eingespielten Teams lief alles super! Jetzt seid ihr gleich am Schockraum angekommen und überlegt, wie ihr die gesamte Situation gut in einer Übergabe zusammenfassen könnt.

Wir stellen euch im ersten Teil zu Übergaben einen Vorschlag für Traumapatienten vor.

Das hier vorgestellte ATMIST Schema ist aus unserer Sicht eine gute Möglichkeit, um im Schockraum einen Traumapatienten fokussiert zu übergeben.

Dabei werden in der folgenden Reihenfolge die verschienen Fakten abgearbeitet:

A ge

Alter des Patienten + Name

T ime

Zeitpunkt des Unfalles/Ereignisses

M echanism

Unfallmechanismus

  • beginnen mit Schockraumindikation (Bsp. Sturz aus großer Höhe, Hochgeschwindigkeitstrauma etc.)
  • Mechanismus präzisieren: Geschwindigkeit, Airbags geöffnet, angeschnallt, Sturzhöhe, spitze Penetration etc.

I njury

Verletzungen aus der intialen Untersuchung bzw. vermutete Befunde

  • Reihenfolge: Kopf, HWS, Thorax, Abdomen, Becken, Rücken+restl. Wirbelsäule, Extremitäten bzw. „von Kopf bis Fuss“

S Symptoms/Signs

Welchen Untersuchungsbefund ergab die initiale Untersuchung

  • Nach <c>ABCDE Schema
    • Critical Bleeding: Ort, Behandlung (bsp.: „kritische Extremitäten Blutung Oberarm re., aktuell mit Tourniquet unter Kontrolle“)
    • Airway: Zustand, Behandlung (Bsp.: initial frei, bei GCS 3 durch Intubation gesichert)
    • Breathing – respiratorische Situation (spO2, Sauerstoffgabe, ggf. Beatmungseinstellungen) Thoraxbefund (Palpation, Auskultation, ggf. Drainage)
    • Circulation – initiale Kreislaufsituation, Zugänge, Volumen/Katecholamine
    • Disability – kurzer neurologischer Befund (Pupillen, initialer GCS, sensomotorische Defizite)
    • Exposure – Temperatur/Wärmemanagement, bekannte Antikoagulation, ggf. Giftexposition, ggf. Verbrennungen etc.

T reatment

Die bisherige Behandlung und das Ansprechen des Patienten darauf

  • Narkose/Sedierung/Analgesie
  • Tranexamsäure

Gegebenenfalls noch relevante Informationen erwähnen (falls verfügbar):

  • Allergien
  • Angehörige
  • Nüchternheit
  • Medikation

Fazit

Am Schluss nochmal die relevantesten Informationen zusammenfassen, Übergabe an Teamleader Schockraum und nach offenen Fragen erkundigen!

Quellen:

Mercer S, et al. Performance improvement through best practice team management: human factors in complex trauma. JRAMC 2014. http://dx.doi.org/10.1136/jramc-2013-000205

https://foam-rd.health.blog/2018/01/13/son-atmist-ist-nicht-sbar/

Autor: Martin Fandler

I like EM, critical care, prehospital EM, medical education and #FOAMed too.

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