COVID-19 Krisengespräch Vol.1: Basics für Rettungsdienst, Notaufnahme und Intensivstation

Wir bringen euch ein Sonder-Nerdfallmedizin-Video zur aktuellen Krise.

Gemeinsam mit den Pin-Up-Docs besprechen wir die wichtigsten Basics für den Rettungsdienst, die Notaufnahme, Intubation und Beatmung von COVID-19-Patienten.

ACHTUNG! IN DIESER DYNAMISCHEN LAGE KÖNNEN SICH INFORMATIONEN STÄNDIG ÄNDERN! Dieses Video basiert auf unserem Wissensstand am 15.03.2020 um 20:00.

Aktuelle Empfehlungen der DIVI zu COVID19:

Bitte schickt uns eure Konzepte, SOPs, Erfahrungsberichte und Kommentare. Wir kämpfen alle gemeinsam!

Immer aktuelle Informationen zu aktuellen Handlungsempfehlungen, Studien und auch die tollen Flowcharts gibt’s bei den Pin-Up-Docs, insbesondere Informationen zum Atemwegsmanagement bei COVID-19 und zum ARDS-Management/Beatmung bei COVID-19.

Workflow Atemwegsmanagement (PinUp Docs)
ARDS Management Flowchart (PinUp Docs)
COVID-19 Informationen für Mitarbeiter Klinikum Chemnitz

Autor: Martin Fandler

I like EM, critical care, prehospital EM, medical education and #FOAMed too.

6 Kommentare zu „COVID-19 Krisengespräch Vol.1: Basics für Rettungsdienst, Notaufnahme und Intensivstation“

  1. Den Vortrag aus Chemnitz verteile ich schon seit Tagen unter meinen Kollegen. So ziemlich das unaufgeregteste, informativste und humorvollste was mir dazu bekannt ist. Das war ne ganz große Show und das muss man irgendwann dem Kollegen auch nochmal persönlich sagen.

  2. Hi Martin,
    wir haben heute bei uns im KH begonnen mittels Simulation unser Vorgehen durchzudenken bevor es wirklich so weit ist. Sznario ist: Einen Covid Patienten zu intubieren, in den OP und wieder zurück transportieren.
    Kleine Dinge auf die wir draufgekommen sind:
    – wir werden uns eine „CovidBox“ basteln, in der alle Gegenstände drin sind die man sonst bei einer normalen Intubation nicht benötigt um nicht speziell dran denken zu müssen (Klemme, Gänsegurgel, Leuko, spezielle Absaugung, Nierentasse etc.).
    – falls der Patient transportiert oder auf den Bauch gedreht werden muss und um Diskonnektion zu verhindern: Leuko (wie in der Anästhesie in Bauchlage mit Falter zur schnellen Abziehmöglichkeit) zwischen Tubus & Absauger, Absauger & Gänsegurgel, Gänsegurgel & Filter. „Sollbruchstelle“ = nach dem Filter.
    – die entsprechenden Teile (Absauger, Gänsegurgel, Filter, Beatmung) bereits vorher zusammenstecken damits dann schnell geht.
    – wir haben uns entschieden mit Beatmungsgerät zu präoxygenieren (PEEP ca 7, FiO2 100%, kein Psupport, 2 Handtechnik, falls CPAP Maske oben lassen, falls nicht mit Beatmungsmaske). Vorher checken, dass Filter an den in- und exspiratorischen Schenkeln sind.
    – Handschuhe wechseln nach der Intubation (man war ja grad im Mund drin).
    – Vorgehen um auf eine andere Beatmungsmaschine zu wechseln: neue Beatmungsmaschine einschalten und auf standby-Tubus klemmen-alte Beatmungsmaschine aus-Schläuche wechseln-Filter bleibt immer dran (siehe Sollbruchstelle)-Klemme auf- neue Beatmungsmaschine an. Muss man absprechen und üben.
    – Bzgl Ort der Intubation: falls der Patient mal intubiert ist und ein Filter oben, ist man relativ safe. (Deswegen haben wir uns z.B. entschieden auf ICU zu intubieren und nicht erst im OP.) Für den Transport bedecken wir noch Kopf und Körper und legen beim Rausfahren eine Seuchenschleuse.
    – uvvvvm.

    Was wir jetzt schon wissen. Wenn wir uns das nicht schon vorher durchdenken und durchtrainieren funktionierts nicht. Man kommt auf zig Problemchen drauf an die du nie und nimmer gedacht hättest. Aber, dessen sind wir uns auch bewusst: Solange es Ressourcen (Personal und Equipment) gibt wird viel funktionieren, falls nicht mehr wirds schwierig. Deswegen jetzt schon ressourcenschonend arbeiten.

    1 Frage die ich mir selbst noch stelle:
    RSI und nicht beatmen ist schön und gut, aber was machen wir/wie machen wir es am besten den Patienten nicht hypoxämisch werden zu lassen. (die paar Liter durch die Nasenbrille machen das Kraut mMn nicht fett.
    Unsere Idee bis dato: 2 Handtechnik, Maske dicht halten, mit niedrigen Drücken von der Maschine beatmen lassen.

    Mich würden auch Erfahrungen/Tipps aus realen Covid-Intubationen interessieren.

    1. Sehr viele gute Tipps die du da zusammengefasst hast!
      Und ich denke das wichtigste, und was wir alle mitnehmen sollten ist die Sache mit dem Simulieren und den vielen kleinen Dingen an die man sonst nicht denken würde!

      Wegen deiner Frage: Ich habe die Frage so verstanden dass sie sich auf die Situation nach Narkoseeinleitung bezieht, d.h. Patient ist bereits apnoeisch, der Atemweg kann aus welchen Gründen auch immer, nicht schnell gesichert werden und der Patient desaturiert im freien Fall. Soweit ich die Literatur diesbezüglich gelesen habe würden die allermeisten empfehlen in dieser Situation eine SGA einzuführen (z.B. Igel), da damit wahrscheinlich immernoch die geringste „Leckage“ und damit Aerosolbildung erzeugt wird.
      Dein Vorschlag würde ich auch als sinnvoll erachten, ergänzend könnte man noch anmerken dass in diesem Fall auf jeden Fall (also vor dem ersten Beatmungshub) ein Guedel-Tubus oder ähnliches eingeführt werden sollte.

      Nützlicher Literaturtipp hierzu (cave: noch im preprint!)
      https://www.mja.com.au/journal/2020/212/10/consensus-statement-safe-airway-society-principles-airway-management-and

  3. Danke für das Video. Ein paar Anmerkungen zum Schutzkittel, wo ich völlig die Strategie der Berliner Feuerwehr teile.

    >>> https://www.berliner-feuerwehr.de/fileadmin/bfw/dokumente/Publikationen/Rettungsdienst/Sonder-SOP-2019-nCoV.pdf <<<

    WARUM KEINE SCHUTZKITTEL IM UMGANG MIT COVID-19?
    1. Bei zeitkritischen Einsätzen, z.B. Reanimationen in diesem Zusammenhang, würde durch das „lege artis“ Anlegen der Kittel viel Zeit verloren gehen.
    2. Unsere Rettungsdienstkleidung zeichnet sich durch die besondere Sichtbarkeit (Reflexstreifen, Leuchtfarben) aus. Würde ein Kittel über der RD-Kleidung getragen werden, so wären diese Eigenschaften „unsichtbar“.
    3. Untersuchungen haben gezeigt, dass es in einem hohen Prozentsatz i.R. des Ablegens des Schutzkittels zu einer unbeabsichtigten Kontamination der Einsatzkleidung kommt. Die Kittel vermitteln also eine Scheinsicherheit.
    4. Einwegkittel sind ein endliches Gut, wohingegen Einsatzjacken und -hosen auch sehr kurzfristig mit 60°-Wäsche wieder zur Verfügung stehen.
    5. Für Stoffsitze in den Fahrzeugen sind Einmalüberzüge am Markt erhältlich, so dass nicht die Fahrerkabine unter Desi gesetzt werden muss.

    Shit storm los 😉

  4. Guten Abend
    Ich habe die Ratschläge gehoert ,was man machen soll.
    Das funktioniert doch überhaupt nicht
    Ich bin seit mehr als 25 Jahren im Rettungsdienst und im ÄBD
    Es läuft nicht im Rettungsdienst oder im AEBD
    Ich hatte vor 2 Tagen wieder im KH AEBD Dienst. Patienten mit Erkältungen gingen direkt in die Notaufnahme…nichts geregelt….ab Montag…..jetzt andere Strategie
    Rettungsdienst….es wird von der Leitstelle schlecht abgefragt und prompt bei Grippepatienten ohne Schutz
    Jetzt die Anfrage bei Dienstherr was demnächst als Schutz ?. Nichts….also werde ich ab sofort einen Schutzanzug mit Maske egal welchen Einsatz anziehen…..doch?… ich bin die einzige und?… wir haben zu wenige Schutzanzüge…..

    Das zum Thema wie wir uns verhalten sollen. Man bekommt keine Auskunft

    1. Momentan müssen sich natürlich alle an die neue Lage anpassen. Manche machen das besser und haben schon Pläne, manche leider nicht so gut.
      Wir kennen durchaus RD-Bereiche, wo das Problem sehr engagiert angegangen wird. Die Vorgesetzten müssen da in die Pflicht genommen werden!

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