Hochrisiko-EKGs: Die MUSS man erkennen!

Bei Thoraxschmerz gibt es einige Hochrisiko-EKGs abseits des klassischen STEMI, die man gesehen haben sollte und erkennen muss!

Denn nicht nur die typischen ST-Hebungen deuten auf einen okklusiven Myokardinfarkt (OMI) hin sondern auch bei diesen Hochrisiko-EKGs gilt: Patient:innen mit solchen EKGs und passender Symptomatik brauchen potentiell dringend eine Herzkatheteruntersuchung.

Wir haben ein übersichtliches Poster gestaltet, das optimal als A4 oder A3 an Pinwänden in Notaufnahmen, Rettungswachen, Intensivstationen und in Protokollmappen passt (quasi ein Infografik– und Nerdfacts-Spezial).

Druckt es aus, hängt es auf und verbreitet die Information!

Hier gehts zum Download als hochauflösendes PDF:

Weitere Infos zum Thema:

Externe Quellen (Auswahl):

Nerdfallmedizin:

Updates:

  • 10.08.2021: V1/V2 Position korrigiert, nun korrekt im 4. ICR. Danke Richard!

Autor: Martin Fandler

I like EM, critical care, prehospital EM, medical education and #FOAMed too.

11 Gedanken zu „Hochrisiko-EKGs: Die MUSS man erkennen!“

  1. Und noch eine Ergänzung zu meinem Kommentar vor 2 Minuten.
    Indikation posteriores EKG: ihr habt als Indikation die Senkung in V1-V3, da müsste aber noch die isolierte Hebung in V6 dazu.
    Indikation rechtsventrikuläres EKG: Ihr habt als Indikation die isolierte Hebung in V1, da müsste die Senkung in V5-V6 noch dazu.
    Liebe Grüße aus Bonn

    1. Hi Karsten,
      Natürlich hast du bzgl. der aufgehobenen Begrenzung auf V1-3 bei Barcelona recht. Wir beziehen uns hier aber auf die modifizierten Sgarbossa Kriterien, welche die Begrenzung auf V1-3 festlegen – eine Vermischung der beiden Kriterien ist formal nicht zulässig.
      Die Abbildung mit der konkordanten Senkung orientiert sich an der von LITFL gezeigten Graphik und entspricht auch den zB in Meyers Evaluation der Kritierien gezeigten EKG Bilder (zB Fig. 3 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26678648/).

      Bezüglich der Indikationen zu post. EKG bei isolierten Hebung in V6 – da stimmen wir dir natürlich vollkommen zu, wobei diese isoliert ohne entsprechende Senkungen in V1-3 (eher) eine Rarität sein sollten.
      Senkungen in V5-6 sind recht unspezifisch, weswegen wir hier insbesondere auf die Hebung in V1 fokussieren.

      Vielen Dank für deinen Kommentar und viele Grüße

  2. Ein Gedanke zum Blockbild bzw. den modifizierten Sgarbossa Kriterien.
    Konkret zum zweiten Kriterium und dem dazugehörigen EKG.
    Konkordante ST-Senkung ≥1mm (in V1-3)
    Die Einschränkung auf V1-V3 ist mit den Barcelona Kriterien aufgehoben worden.
    Im Bild sieht man einen negativen QRS Komplex mit positiver T-Welle, daher ist es diskordant, nicht konkordant und es ist auch keine ST-Senkung, sondern eine ST-Hebung. Konkret ist auf dem Bild eine diskordante ST-Hebung ohne Niedervoltage zu sehen, so dass es sich um einen Normalbefund bei LSB handelt.

  3. Boah, bitte spart euch doch dieses Gegendere 🙄.
    Da sucht man ne Infografik, die man vor längerem mal gesehen hat und wird erst mal vom nächst besten „:iNnEn“ belästigt.

    1. Hey Jamal,
      tut uns leid, dass du dich belästigt fühlst. Wenn unsere Formulierungen für dich so schlimm sind, steht es dir natürlich frei, die von uns kostenlos zur Verfügung gestellten Inhalte nicht zu nutzen oder einfach selbst zu erstellen. Mein Vorschlag wäre aber: Einfach locker bleiben. Nicht jede oder jeder hat die gleichen Einstellungen – und das ist gar nicht so superschlimm.

      Viele Grüße!

  4. kleiner Tippfehler in der Grafik: Sgarbossa 3 – diskonkordante „Hebung >1mm“, soll „>5mm“ heißen bzw. mind. 25% der S-Zacke umfassen.
    LG Flo

  5. Vielen Dank für eure tolle und wertvolle Infografik. Eine Unklarheit (wenn auch spitzfindig) ist aufgetaucht: In der ESC (2017) Leitlinie zum STEMI werden mind. acht Ableitungen bezüglich ST-Senkungen bei einer Hauptstammstenose definiert. Interessanterweise war in der erst publizierten Leitlinie (2017) ebenfalls von sechs Ableitungen die Rede, bevor es eine Anpassung gab.
    Liebe Grüsse Pascal

    1. Hey Pascal und danke dir sehr für den Hinweis.
      Für die klinische Praxis würden wir die aktuelle Version beibehalten (im Endeffekt geht ja nicht nur um ein „reines Hauptstamm-EKG“ (das ist dann ja sowieso erst in der Coro gesichert) sondern die Erkennung von Ischämie (z.B. Typ-II MI) die ein ähnliches EKG-Muster, aber häufig mit weniger ST-Senkungen zeigen kann.
      Spannend auf jeden Fall, dass die ESC das jetzt so eng fasst…

      1. Lieber Martin
        Vielen Dank für deine rasche Rückmeldung, welche ich absolut nachvollziehen kann. Wie du schreibst, geht es um die Erkennung möglicher Ischämien und die zeitnahe weiterführende Diagnostik und Intervention.
        Bei dieser Gelegenheit ein grosses Lob an euch! Echt toll, was ihr hier auf die Beine stellt 🙂
        Liebe Grüsse aus der Schweiz
        Pascal

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