Nerdwoche am 14.11.2021

Es kommen harte Wochen und Monate auf uns zu. Passt auf euch und eure Teams auf!!

Und bitte überzeugt auch die letzten Zweifler – Impfen ist alternativlos!

Doch nun erstmal die News der letzten Woche:

Leichenschau und Todesbescheinigung: Eine gar nicht so seltene Tätigkeit in der Notfallmedizin und (logischerweise) in jedem Bundesland unterschiedlich geregelt. Was, wie, wer und wann – ein toller Überblick bei den PinUp Docs! http://pin-up-docs.de/2021/11/06/leichenschau-und-todesbescheinigung/

Der chirurgische Atemweg: Spannende 10-Minuten Präsentation zum Thema: https://rebelem.com/rebellion21-cut-the-neck-the-bougie-assisted-cric-via-andy-little-do/

Eine gar nicht sooo seltene Intoxikation und in der kalten Jahreszeit deutlich häufiger: Kohlenmonoxid!
Die neue Leitlinie wurde soeben veröffentlicht: https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/040-012.html
Grundlagen (basierend auf der Leitlinie) gibt’s auch in unseren Videos: https://nerdfallmedizin.blog/2021/05/01/kohlenmonoxid-intoxikation/

Sieht seltsam aus… was sehen Sie? Visuell Phänomene bei Patienten können auf Migräne aber auch viele andere Differenzialdiagnosen hindeuten. Gute Zusammenfassung auf News-Papers: http://news-papers.eu/?p=14400

BOA hört leider auf und wir verlieren eine tolle Quelle für alle Kolleg:innen aus der Anästhesie. Dafür gibt es einen tollen anderen Podcast, der sicherlich auch für die Notfallmedizin einige spannende Themen beinhaltet. Wer YUAN noch nicht kennt klickt hier: https://ains.umg.eu/studium-lehre/podcast/

PRES: Seltene Diagnose, aber ein „Must-Know“ in der Notfallmedizin: http://www.emdocs.net/emdocs-podcast-episode-41-posterior-reversible-encephalopathy-syndrome-pres/

Eindrückliche Bilder und Berichte der Bundeswehr aus Rumänien, wo in der Not eines überlasteten Gesundheitssystems Menschem am Boden liegend beatmet werden müssen: http://traumateam.de/evakuierung-von-covid-intensivpatienten-aus-rumaenien/

Autor: Philipp Gotthardt

Ich bin begeisterter Notfallmediziner aus Nürnberg. Ich arbeite in der Notaufnahme, Intensivstation und als Notarzt sowie ärztlicher Dozent und versuche mich mit Nerdfallmedizin an der FOAMed Welt zu beteiligen.

5 Kommentare zu „Nerdwoche am 14.11.2021“

  1. Man muss nicht im Gesundheitssystem arbeiten um zu wissen, das impfen eine gute Sache ist. Natürlich sollte man Dinge auch genau hinterfragen, kritisch bleiben, ganz klar. Aber durch impfen schützt man sich und andere und vor allem die anderen, welche sich nicht impfen lassen können. Nur gesund leben reicht nicht um sich vor ansteckenden Krankheiten zu schützen. Wir fragen uns ob einige menschen bergessen haben das bestimme Krankheien fast ausgerottet sind weil irgendwann mal vor Jahrzehnten die Menschen abngefangen haben sich impfen zu lassen. Wir sind hier alle geimpft, Mann und Kind auch, und wir sind durchaus impfkritisch. Schlussendlich war es eine Risiko Nutzen Abwägung, wir können auch eine Kopfschmerztablette nehmen und fiese Nebenwirkungen haben, wir können auch auf Narkose Mittel allergisch reagieren, jedes Medi kann Nebenwirkungen verursachen.

    Bleibt alle gesund und ich wünsche mir das diese Gesellschaftliche Spaltung mal ein Ende hat.

  2. Impfen … wie kan man sagen das wör alternativlos.. es gibt immer eine Alternative ‼️
    Nur nicht das staatliche nachgeplapper..
    Hört aufs Bauchgefühl und unbedingt gesundes zu euch nehmen..das hilft ‼️

    1. Wir halten uns nicht an staatliches Nachgeplapper sondern an sämtliche uns vorliegenden Daten. Wenn du dich nicht impfen lassen möchtest halten wir das nicht nur für vollkommen falsch sondern auch verantwortungslos und hoffen sehr, dass du nicht im Gesundheitswesen tätig bist und mit deiner Einstellung dich oder andere Menschen unnötig gefährdest.
      Wir sprechen uns zu 100% für das Impfen aus und es gibt nach unserer Auffassung keinerlei Alternative und haltbare Argumentation gegen das Impfen.
      Viele Grüße

      1. Na dann nehme ich das doch einfach mal ernst. Impfen ist nach allen mir bekannten (neuen) Studien reiner Selbstschutz. Weder gibt es einen Einfluss auf die Inzidenz oder die Übertragungswahrscheinlichkeit nach Impfung (bspw. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8481107/ oder https://doi.org/10.1101/2021.09.28.21264260), noch gibt es eine Möglichkeit zur Herdenimmunität (hinlänglich bekannt, ich spare mir Referenzen. Drosten zuhören reicht). Gesellschaftlich geht es um einen geordneten Übergang in die endemische Lage: die vielbeschworene Durchseuchung. Die Aufgabe des Staates dabei ist, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet wird.

        Wogegen die Impfung hilft, ist die Infektionswahrscheinlichkeit (etwa um die Hälfte bei den meisten Geimpften (Kombination aus Impfstoffsorte und Zeitabstand)), und die Sterblichkeitsrate bzw. Infektion-Fall-rate (schwere Erkrankung). Das ist beides höchst relevant bei denen, die Hoffnung hegen, sich gar nicht zu infizieren (was nicht passieren wird), und denen, die schwer erkranken könnten (50+ oder Vorerkrankung). Es darf sich jeder die Intensivbettenbelegung (https://www.intensivregister.de/#/aktuelle-lage/altersstruktur) ansehen, um festzustellen, dass 85% der Patieneten über 50, 95% über 40 sind.

        Ich bin sehr gespannt auf Daten, die Fremdschutz (in irgendeiner Form) andeuten oder eine relevante Bedrohung für Bürger <35 Altersjahre anzeigen. Fremdgefährdung ist meiner Ansicht nach in dieser Altersgruppe sowohl in Form von Intensivbettenbelegung, als auch in Form von Übertragungswahrscheinlichkeit: überholter Unsinn, der neu bewertet werden muss. Nicht einmal im RKI-Wochenbericht finden sich gegenteilige Behauptungen. Der Rest (bspw der erwähnte Drosten) spricht sowieso seit Monaten von einem Übergang in die endemische Lage, geschweige denn von anderer Prominenz.

        Ein Ungeimpfter braucht halb so viele relevante Kontakte, um sich zu infizieren. Jeder wird sich irgendwann infizieren. Ungeimpfte und Geimpfte infizieren andere gleich stark. Ungeimpfte haben etwa 25 Altersjahre Schutznachteil gegenüber Geimpften.

        Zusammenfassend: wer sich impfen lässt, hat etwa dasselbe Risikoniveau wie seine ungeimpften Kinder. Für alle, die Kinder haben könnten, welche wiederum Kinder haben könnten, bedeutet das einen relativ großen Nutzen. Der relevante Rest bleibt gleich. Beweist mir gerne das Gegenteil.

      2. Hallo,
        ich befürchte ja, dass du in Wirklichkeit keine inhaltliche Diskussion möchtest – aber hier ein (letzter) Versuch mit einzelnen, spezifischen Argumenten. Für eine breite Diskussion verweise ich auf die offiziellen Quellen des RKI https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/gesamt.html und der Aktion „Zusammen gegen Corona“ https://www.zusammengegencorona.de.

        Eigenschutz: Ich habe in allen Wellen Patient:innen deutlich unter 40 Jahre versorgt, die schwere und auch letale Verläufe unter COVID-19 hatten. Dazu kommen noch zahlreiche Fälle von Long-Covid bei „Jüngeren“, die primär einen leichten Verlauf hatten, aber relevante Einschränkungen des täglichen Lebens auch noch Monate nach der Erkrankung erleben. Die schweren Verläufe unter Jungen waren alle Ungeimpfte – in den ersten Wellen auch kaum zu verhindern, da keine Impfung vorhanden. Nun kann man etwas tun um sich selbst zu schützen: Das theoretische Risiko einer Impfung ist im Verhältnis DEUTLICH geringer.

        Fremdschutz:
        Nach Angaben des RKI sind Geimpfte kürzer und weniger infektiös (und haben einen RELEVANT weniger schweren Verlauf): https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/FAQ_Transmission.html
        Wie du selbst schreibst, ist allein die (Vermeidung der) Belegung des Krankenhauses ein Teil des Fremdschutzes. Aktuell sind in vielen Bereichen Deutschlands die Kliniken am bzw. über dem Limit. Das Personal ist am Ende, die Betten sind überfüllt. Wer hier „beiträgt“ nach dem Motto „Wenn ich krank werde, dann geh ich halt ins Krankenhaus…“, der ignoriert einfach den maximalen, teils übermenschlichen Einsatz von zigtausenden Pflegekräften, ärztlichem Personal und Rettungsfachpersonal vor allem auf den Intensivstationen und Notaufnahmen aber auch auf Normalstation und im Rettungsdienst. Die Versorgung anderer Erkrankter ist bereits jetzt nicht mehr im Normalbetrieb und relevant eingeschränkt.

        Zusammengefasst: Wer sich nicht impfen lässt, riskiert sowohl seine eigene Gesundheit, viel mehr aber noch die Gesundheit Anderer – das ist unsolidarisch und egoistisch.
        Ich wünsche dir einen leichten Verlauf. Eine weitere Diskussion erspare ich mir (und dir), denn meine Zeit muss ich momentan in Überstunden stecken – die Notaufnahme ist jeden Tag am und über dem Limit.

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