Perikarditis im EKG erkennen

Diese Woche gibt es mal ein EKG-Beispiel einer Patientin, der sich mit Abgeschlagenheit und thorakalen Beschwerden vorgestellt hat..

Die Überschrift lässt es schon erahnen… hier geht es um eine mögliche Ursache abseits von Ischämie für ST-Hebungen, die Perikarditis.

EKG mit konkaven ST-Hebungen V2-6 sowie I,II, zudem PQ Senkungen II, III, aVF, V3-6 sowie angedeutetem Spodick Zeichen in V3-5
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Notfälle durch Energydrinks?

Viele von uns greifen in anstrengenden Nachtdiensten ab und zu mal auf einen Energydrink zurück. Mittlerweile bekommt man an jeder Tankstelle eine große Auswahl an Getränkten, deren Inhaltstoffe an einen Chemiebaukasten erinnern und deren Werbeversprechen groß sind. 
Wie „gesund“ ist der Konsum von Energydrinks, was sind möglich Folgen und Risiken?

Es scheint bei übermäßigem Konsum einige Risiken zu geben, wobei der Konsum in Maßen vermutlich ungefährlich ist.

Dazu hat Jürgen Knapp mit Kollegen einen tollen Artikel geschrieben.

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COVID: Triage bei Ressourcenknappheit?

Im aktuellen PINcast besprechen Tobias Becker und Dorothea Hempel das kritische Thema „Triage“ angesichts der COVID-19 Krise direkt und praxisnah. Dazu gehört auch die Frage: „Was sagst du zu Angehörigen, wenn die Entscheidung getroffen wurde, jemanden NICHT intensivmedizinisch zu behandeln?

Die 36 Minuten des Podcasts sind für alle kostenlos und wir empfehlen euch allen dringend, die anzuhören. Es lohnt sich!! (Link direkt zum Podcast).

Kurz-Fazit: Triage bei Ressourcenknappheit:

  1. Ist der Patient / die Patientin intensivpflichtig?
  2. Besteht eine realistische Erfolgsaussicht?
    Hinweise für schlechte Erfolgsaussichten – dazu zählt explizit NICHT das kalendarische Alter!
    • Aktuelle Erkrankung (Schweregrad), begleitendes akutes Organversagen
    • Komorbiditäten z.B. chronisches Organversagen z.B. Dialysepflichtigkeit, schwere chronische Herzinsuffizienz, fortgeschrittene Lungenerkrankung, Leberversagen; schwere generalisierte neurologische / neuromuskuläre Erkrankungen, fortgeschrittene Krebserkrankung, Multimorbidität)
    • Allgemeiner Gesundheitsstatus (Gebrechlichkeit)
  3. Was ist der Patientenwille?
Flowchart nach DIVI, DGINA et al. – aktualisierte Version vom 23.04.2020 (Downloadlink unten)
  • Vorbereitung (!) und Ausarbeitung von klaren Klinik-Internen Protokollen.
  • Entscheidungen immer auf mehrere Schultern verteilen.
  • Fälle und Entscheidungen regelmäßig im Team besprechen! Seelsorge oder Psychologie engmaschige einbinden!
  • Ehrliche und transparente Kommunikation mit Angehörigen und den Patienten, verweisen auf bestehende Leitlinien und Regelwerke.

Eine sehr gute Zusammenfassung bietet die Publikation „Entscheidungen über die Zuteilung von Ressourcen in der Notfallund der Intensivmedizin im Kontext der COVID-19-Pandemie. Klinisch-ethische Empfehlungen“ der DIVI, DGINA und weiteren Fachgesellschaften vom 25.03.2020 – diese wurde am 23.4.2020 aktualisiert (Link: Download)

Und abschließend noch ein sehr guter Kommentar unserer Kollegen der PinUp Docs zum Thema ethische Entscheidungen in Zeiten von COVID-19.

Anziehen! Ausziehen! (Schutzkleidung…) und unterschreiben!

Die Welle rollt langsam an und wir wünschen euch allen viel Kraft für die kommenden Tage und Wochen.

Um sowohl uns selbst, als auch die vielen uns anvertrauten Patienten zu schützen, müssen wir besonders darauf achten, unsere Schutzkleidung korrekt an- aber auch auszuziehen.

Die LMU hat einige schöne Videos dazu erstellt – schaut mal rein!

Und dann noch ein wichtiges Anliegen. Ihr wisst, dass wir mit ganzem Herzen Notfallmediziner sind. Gerade in der aktuellen Krise ist das in Deutschland noch breit vertretene „Fachdenken“ in der Notfallmedizin nicht hilfreich und potentiell gefährlich. Lasst uns daher gemeinsam für einen Facharzt / eine Fachärztin für Notfallmedizin kämpfen!

Das gilt auch für alle Rettungsdienstler, die genervt sind von „das ist aber ein internistischer Sturz“ „eine Platzwunde UND Herzinfarkt??? Was machen wir da???“ und alle Pflegekräfte, die sich von Dienstarzt zu Dienstärztin telefonieren müssen, bis endlich entschieden ist, wer sich um den unklaren Schwindel oder die unklaren Bauchschmerzen kümmert… und überhaupt auch für alle Patientinnen und Patienten, die gerne jederzeit mit allen Notfällen gut behandelt werden möchten.

Unterschreibt bitte diese Petition: „Deutschland braucht Notfallmediziner!“ und verteilt sie auf Facebook, Twitter, Whatsapp, Instagram und alle anderen sozialen Medien!!

COVID-19 – ein großer Überblick für die Akut- und Intensivmedizin

In diesen wilden Zeiten sind korrekte Informationen lebenswichtig um Verunsicherung zu zerstreuen und korrekte Behandlungen einzuleiten. Exzellent und ausführlich verfasst ist der Artikel zu Covid-19 des Internet Book of Critical Care (IBCC) von emcrit. Hier präsentieren wir euch nun die deutsche Version! Herzlichen Dank an Steffen Grautoff, der diesen Artikel nach Rücksprache mit dem Originalautor Josh Farkas übersetzt hat (Aktualisierung der Übersetzung durch Martin). Ebenso wollen wir uns bei den Pin-Up-Docs für ihre tolle Arbeit in diesem Bereich bedanken – ein erstes gemeinsames Video zu Grundlagen bei COVID-19 gibt’s hier.

ACHTUNG!

Der Text wurde von uns mehrfach überarbeitet, das ist uns aufgrund der aktuellen beruflichen Belastungen nicht mehr durchgehend möglich. Der aktueller Stand ist 31.03.2020, es sind also einige Aspekte nicht up to date (insbesondere differenzierte Beatmung etc.). Für aktuelle deutschsprachige Ressourcen verweisen wir auf unsere Videos zum Thema sowie das Projekt „Mediziner für Mediziner gegen Covid-19„, sonst empfehlen wir natürlich den häufig aktualisierten Original-Artikel auf englisch.

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Aktuelle Daten zur Thorakotomie

Die prähospitale Notfallthorakotomie (PERT) wurde von uns in der Vergangenheit immer wieder thematisiert. Dieses maximalinvasive Verfahren ist ebenso umstritten wie potentiell (bei der richtigen Indikation) lebensrettend.

Janosch Dahmen hat mit einigen Experten eine sehr gute Zusammenfassung über die vorliegenden Daten zur Notfallthorakotomie veröffentlicht.

Wir finden die vorgestellten Fakten extrem spannend und freuen uns insbesondere, dass der Artikel „open Access“ verfügbar ist.

Bei einer beschriebenen Überlebenswahrscheinlichkeit von ca. 12% bei gutem neurologischen Outcome scheint eine weitere Verbreitung der Maßnahme in Deutschland unbedingt notwendig.

Kammerflimmern – Hält doppelt schocken besser?!

Hält doppelt wirklich besser? Zumindest beim Schock bei refraktärem Kammerflimmern scheint das so zu sein…

Bisher war die Studienlage zur doppelten Schockabgabe ja eher mau, nun zeigt eine Studie ganz gute Ergebnisse für diese Strategie.

Sicherlich ist es sinnvoll, sich einen Plan B bei refraktärem Kammerflimmern zu überlegen. Eine Option mag die doppelte Schockabgabe sein, auch diskutiert werden kurzwirksame Betablocker. Auch ein Versuch mit Lidocain kann erfolgsversprechend sein. 

Wie ihr die doppelte Schockabgabe durchführt wird im Link toll beschrieben.

Wir sind gespannt, was in den neuen Guidelines erwähnt wird…

Morgen könnt ihr uns live über YouTube folgen, wenn wir auf dem DINK über die Tools der Titanen sprechen, EKGs diskutieren und über Weiterbildung nachdenken.

Schaut morgen früh mal auf unserer Website vorbei!!!

Atemweg bei der Reanimation?! – So machen wir es!

Welcher Atemweg bei Intubation? Nachdem wir in der letzten Woche über den besten  Medikamentenzugang gesprochen haben, möchten wir uns in dieser Woche an das heiße Eisen „Atemwegssicherung/Beatmung“ bei der Reanimation wagen.

Muss jeder reanimationspflichtige Patient primär intubiert werden? NEIN! 

Darf jeder reanimationspflichtige Patient ausschließlich mit Beutel/Maske beatmet werden?

Wir wollen euch zu dieser Thematik unsere Sicht schildern – ganz subjektiv.. 

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Neues aus der Wissenschaft in der Notfallmedizin 2019

Die Notfallmedizin wandelt sich rasant – es gibt jedes Jahr zahlreiche neue Studien, Ergebnisse und Entwicklungen.

Zum Glück gibt es auch zahlreiche Blogs, die neue Ergebnisse praxisnah und kompakt aufbereiten – besonders hervorzuheben ist hier für den deutschsprachigen Raum das Team von News-Papers.eu.

Im englischen Sprachraum gibt es auch einige geniale Websites, zum Beispiel das bekannte St.Emlyns aus Großbritannien. Und die haben für das Jahr 2019 eine frei zugängliche Zusammenfassung der spannendsten Paper, Studien und Diskussionen auf ihrer Website veröffentlicht. Dazu zählen so interessante Diskussionen wie „Rocuronium oder Succinylcholin?“ „Intranasales Fentanyl vs Ketamin“ „Zwischenbeatmung bei RSI“ „Traumatischer Herzstillstand“ und vieles mehr.

Perfekter Lesestoff für ein paar graue Spätwintertage! 🙂

Link: https://www.stemlynsblog.org/jc-journal-club-book-for-2019-2020-published-foamed/