COVID: Triage bei Ressourcenknappheit?

Im aktuellen PINcast besprechen Tobias Becker und Dorothea Hempel das kritische Thema „Triage“ angesichts der COVID-19 Krise direkt und praxisnah. Dazu gehört auch die Frage: „Was sagst du zu Angehörigen, wenn die Entscheidung getroffen wurde, jemanden NICHT intensivmedizinisch zu behandeln?

Die 36 Minuten des Podcasts sind für alle kostenlos und wir empfehlen euch allen dringend, die anzuhören. Es lohnt sich!! (Link direkt zum Podcast).

Kurz-Fazit: Triage bei Ressourcenknappheit:

  1. Ist der Patient / die Patientin intensivpflichtig?
  2. Besteht eine realistische Erfolgsaussicht?
    Hinweise für schlechte Erfolgsaussichten – dazu zählt explizit NICHT das kalendarische Alter!
    • Aktuelle Erkrankung (Schweregrad), begleitendes akutes Organversagen
    • Komorbiditäten z.B. chronisches Organversagen z.B. Dialysepflichtigkeit, schwere chronische Herzinsuffizienz, fortgeschrittene Lungenerkrankung, Leberversagen; schwere generalisierte neurologische / neuromuskuläre Erkrankungen, fortgeschrittene Krebserkrankung, Multimorbidität)
    • Allgemeiner Gesundheitsstatus (Gebrechlichkeit)
  3. Was ist der Patientenwille?
Flowchart nach DIVI, DGINA et al. (Downloadlink unten)
  • Vorbereitung (!) und Ausarbeitung von klaren Klinik-Internen Protokollen.
  • Entscheidungen immer auf mehrere Schultern verteilen.
  • Fälle und Entscheidungen regelmäßig im Team besprechen! Seelsorge oder Psychologie engmaschige einbinden!
  • Ehrliche und transparente Kommunikation mit Angehörigen und den Patienten, verweisen auf bestehende Leitlinien und Regelwerke.

Eine sehr gute Zusammenfassung bietet die Publikation „Entscheidungen über die Zuteilung von Ressourcen in der Notfallund der Intensivmedizin im Kontext der COVID-19-Pandemie. Klinisch-ethische Empfehlungen“ der DIVI, DGINA und weiteren Fachgesellschaften vom 25.03.2020 (Link: Download)

Und abschließend noch ein sehr guter Kommentar unserer Kollegen der PinUp Docs zum dem Thema ethische Entscheidungen in Zeiten von COVID-19.

Eyeballing – Atemfrequenz und Marmorierung unbedingt ernst nehmen!

„Der Patient sieht schlecht aus!“ – wenn ein erfahrener Kollege mir das sagt, dann schaue ich lieber gleich nach. Doch woran erkennen wir kranke Menschen unterbewusst? Das „Eyeballing“ findet unterbewusst statt und wir nehmen dabei insbesondere das Hautkolorit und die Atemfrequenz des Gegenüber wahr.

In dieser kurzen Folge möchten wir nochmal im Detail auf Atemfrequenz und das sogenannte „Mottling“ eingehen:

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