Das Delir? – ein Short mit Martin

Manchmal sind Fälle nicht so wie sie zunächst scheinen! Unklare Agitation kann viele Ursachen haben, insbesondere bei Sprachbarriere lohnt es sich ganz genau hinzuschauen, damit man wichtige Details nicht übersieht

 

Im aktuellen Ärzteblatt gibt es einen tollen Artikel, der die aktuelle Evidenz und Behandlung des „echten“ Delirs beschreibt – Prophylaxe und das frühzeitige Erkennen ist dabei wichtiger als die Medikamentenkeule!

 

Autor: gophilipp

Ich bin begeisterter Notfallmediziner aus Nürnberg. Ich arbeite in der Notaufnahme und als Notarzt sowie ärztlicher Dozent und versuche mich mit Nerdfallmedizin an der FOAMed Welt zu beteiligen.

8 Kommentare zu „Das Delir? – ein Short mit Martin“

  1. Ähnliche Problematik erlebt. Der Patient wurde während eines Transports immer unruhiger und versuchte mit aller Kraft die Sicherheitsgurte zu entfernen, jedoch hatte er augenscheinlich den normalen Vorgang des Abschnallens vergessen. Zu Beginn habe ich mich mit ihm unterhalten und am Ende hat er sich fast mit den Gurten stranguliert. Er gab mir auch keine adäquate Antwort, was den sein Problem sei. Im Pflegeheim stellten wir fest, dass er auf ein Klo wollte. Leider hat er das nie gesagt. In ähnlichen Situation hilft mir oft die Bedürfniss Pyramide, um ganz einfache Probleme zu erkennen, auch wenn der Patient sie nicht klar äußert.

  2. Hallo Martin!
    Sehr interessanter Fall – und ein Hinweis darauf dass eine Sprachbarriere doch häufig ein ernstzunehmendes Problem und für die Patientensicherheit relevant sein kann.
    In England gab es für diese „kurzen“ Kommunikationsnotwendigkeiten immer die Möglichkeit die (ich vermute vom NHS finanzierte) „Language Line“ anzurufen und innerhalb von 2 minuten einen Telefondolmetscher zu haben. Hier in Deutschland hab ich als einzigen ähnlichen Dienst nur „Triaphon“ gefunden und versuche nun schon (erfolglos) seit Monaten mein Krankenhaus davon zu überzeugen, dass wir uns eigentlihc nicht leisten können, so etwas nicht zu haben… Habt ihr da eine Lösung in eurer Klinik?
    viele grüße! Reiner

    1. Hi Reiner,
      vielen Dank für dein Feedback. Wir hatten vor einigen Jahren mal einen entsprechenden Dienst, der über Videoverbindung Übersetzungen möglich gemacht hat. Dieser ist aber mittlerweile wieder abgeschafft worden, die Kosten dafür waren wohl zu hoch.

      Leider weiß ich auch nicht mehr, wie der Dienst hieß. Insgesamt ist das Problem aber sehr relevant für den Alltag – entsprechende Lösungen wie die Übersetzungsmappe von Medi-Learn https://www.doccheckshop.de/praxis-ausstattung/buerobedarf-organisation/bueroartikel/formulare/3302/medi-learn-internationale-anamneseboegen habe ich auch schonmal ausprobiert – bei der Anamnese sind die eine gute Lösung.
      Viele Grüße

  3. Unklare AZ-Verschlechterung mit Agitation.
    Ist schon einige Jahre her, ein junger Mann in einem Übersiedlerheim, ebenfalls Kommunikations-Problem.
    Im Laufe des Tages zunächst sehr unruhig, dann immer ruhiger geworden. Irgendwann wurde ich als Notarzt dazu gerufen, klinisch dort schon path. Atmung.
    Es war ein Typ 1 Diabetiker, der sich nicht verständlich machen konnte. Ihm war das Insulin ausgegangen und er ist dann ins diabetische Koma gerutscht. Auf der Intensiv pH von 6,8 und BZ von 1028 mg/dl, Kalium 7,5. Ist dann mit Insulin und Volumen langsam wieder aufgeklart –
    seitdem bei unklarer Vigilanzveränderung immer BZ, aber das ist ja heute eigentlich überall Standart…

    LG von der Insel

  4. Dolmetscher:
    Das Problem lässt sich eigentlich mit einem Smartphone gut kompensieren.
    Wir haben z.B. bulgarische Servicekräfte als Patienten und meine Bulgarisch-Kenntnisse gehen gegen null.
    Ich benutze in diesen Fällen Google-Translate, geht mit reinsprechen und automatischer Übersetzung,
    kann man dem Patienten auch vorlesen lassen. Funktioniert für’s Grobe eigentlich suffizient.

    LG von der Insel

    1. Ja, das ist auch meine Erfahrung z.B. aus dem Notarztdienst. Die “smarten” Devices sind teils wirklich hilfreich – beispielsweise für einige grundlegenden Fragen an Angehörige.
      In unserem großen Krankenhaus lässt sich oft auch eine Kollegin bzw. Kollege aus dem Personalstamm finden, der die jeweilige Sprache gut beherrscht.

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