Präoxygenierung in der Notfallmedizin

Präoxygenierung ist essentiell für ein sicheres Atemwegsmanagement. Tobi Becker von PINCast hat uns verschiedene Techniken vorgestellt und die verschiedenen Vor- und Nachteile erläutert – Dabei hat er insbesondere einen praktischen Blick und liefert tolle Hintergrundinformationen. Präoxygenierung heißt nicht nur Reservoirmaske auf und Los..

 

Allgemeine Ziele der Präoxygenierung:
Ziel ist das Anreichern des Blutes mit Sauerstoff, insbesondere aber auch die Denitrogenisierung – also das Verdrängen von Stickstoff aus der Lunge mit Sauerstoff. Hierdurch kann die Apnoetoleranz deutlich verlängert werden. Zusätzlich kann das Öffnen von Atelektasen über einen positiven endexpiratischen Druck (PEEP) erreicht werden.
Methoden:
O2 Maske mit Reservoir
Für die Präoxygenierung mit einer normalen Sauerstoffmaske ist unbedingt ein Reservoir-Beutel notwendig!
  • maximaler Sauerstoffflow (trotz Anzeige am Wandanschluss oft „Überdrehen auf deutlich über 15l/min möglich)
  • evtl. zweiten Anschluss mit Nasenbrille und 15l/min verwenden (Vorteil ist die spätere Nutzbarkeit für Apnoeoxigenierung)
  • eine optimale Präoxygenierung wird erst nach ca. 3-4 min bei normalem Tidalvolumen erreicht.
  • Patient kann präoxygeniert werden, während weitere Vorbereitungen getroffen werden
  • für apnoeische Patienten oder Patienten mit einer Ventilationsstörung ist diese Methode nicht geeignet

Nachteile:

  • suffiziente Spontanatmung notwendig
  • kein PEEP applizierbar
  • FiO2 von 100% kaum zu erreichen
Beatmungsbeutel – AmbuBeutel
Für die Präoxygenierung über einen Beatmungsbeutel ist entweder ein Demand-Ventil oder ein Reservoirbeutel zwingend notwendig.
  • dichter Maskensitz muss durch gewährleistet sein und bindet freie Hände
  • assistierte Beatmung und Beatmung des apnoeischen Patienten ist über dieses Verfahren möglich – Cave: Magenüberblähung bei zu hohen Drücken
  • Spontanatmende Patienten atmen abhängig von der verwendeten Maske keinen Sauerstoff aus Demand/Reservoir – „Ausdrücken“ des Beutels ist dann notwendig (am besten selbst mit eigenem System ausprobieren)
  • spontanatmende Patienten können bei teilweise passenden Anschlüssen auch mit einer direkten Verbindung zwischen Demand-Ventil und Maske präoxygeniert werden

Tipps zu diesem Verfahren.

NIV zur Präoxygenierung (siehe auch DSI)

Über eine NIV Beatmung können insbesondere kritische Patienten ideal für eine Intubation vorbereitet werden.

  • Über die NIV Beatmung ist eine sichere Gabe von 100% FiO2 möglich
  • durch positive Druckbeatmung mit PEEP und evtl. ASB können Atelektasen geöffnet werden und Ventilationsstörungen reduziert werden
  • die Beatmungsmaske kann über Fixierung am Patienten befestigt werden, Hände werden so nicht unnötig am Patienten gebunden
  • teilweise ist eine Sedierung für ausreichende NIV Toleranz notwendig
Quelle:

 

Atemwegssicherung – das Wichtigste vom Experten

PD Dr. Michael Bernhard ist einer der führenden Experten für Notfallmedizin in Deutschland – eines seiner Spezialgebiete ist die Atemwegssicherung. Er ist u.a. der Hauptautor der Leitlinie Prähospitale Notfallnarkose und betreibt den erfolgreichen Blog http://www.news-papers.eu.
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Wir erfahren von ihm die wichtigsten Tipps und Tricks zur Atemwegssicherung in der Notaufnahme und Präklinik.
Was bedeuten die Zahlen 10, 84 und 100 – und was meinen wir mit „ApnoeOX“ und „Change“?
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Fritz Böhrer Stipendium!

Im Namen der Nürnberger Herzhilfe e.V. wurde uns heute von Prof. Dr. Pauschinger im Rahmen der 10. Nürnberger Herztage das „Fritz Böhrer Stipendium“ verliehen. Damit soll unser Projekt Nerdfallmedizin u.a. mit der Anschaffung von Video-Equipment unterstützt werden.

Wir sagen vielen herzlichen Dank für diese Ehre!!!

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Prof. Pauschinger (rechts) mit Philipp (Mitte) und Martin (links)

 

Mehr Fotos von der Verleihung gibt’s auf unserer Facebook-Seite. Morgen kommt auch wieder wie jede Woche ein neues Nerdfallmedizin-Video – diesmal zum Thema „Tipps zur Atemwegssicherung vom Experten“.

Simulation/Training von Standardsituationen

Simulation muss nicht besonders realitätsgetreu sein, sondern Standardsituationen ausreichend darstellen.
Sinn ist es, dass problematische Situationen und Praktiken so lange trainiert werden, bis diese ohne große
Anstrengung ausgeführt werden können. So werden mentale Ressourcen für sonstige Probleme freigehalten.

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Schockiger Patient? -Push Dose Pressors!

„Der hat einen schlechten Druck!“
Ein Satz, der sowohl auf der Straße im Rettungsdienst, als auch in der Notaufnahme und auf Intensivstationen häufiger fällt. Aber was tun um den Blutdruck schnell zu stabilisieren? Ein mögliches Konzept: „Push Dose Pressors“ oder „Katecholamine aus der Hand“.

 

Einleitung – wo hat man Blutdruckprobleme?

  • Schock (Hämorrhagisch, Obstruktiv, Distributiv, Kardiogen)
  • aber auch iatrogen im Rahmen von Narkose/Intubation!
  • Cave: „PERI-ARREST Situation“

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