Influenza – wann hört das endlich auf?

Die letzten Wochen waren für alle  Mitarbeiter im Rettungsdienst und in Krankenhäusern hart – die Influenza hat uns in Ihrer Mangel und die Betten waren voll.

Zeit das Thema zu diskutieren und kritische Fragen zu stellen!

Influenza ist eine virale Erkrankung mit allgemein kurzer Inkubationszeit und einem Verlauf über 7-14 Tage mit schwerem Krankheitsgefühl, Fieber und insbesondere bei geschwächten Personen teils komplizierten und sogar tödlichen Verläufen.

 

In jedem Jahr sucht uns im Frühjahr die eine erneute Influenza-Welle heim, auch in diesem Jahr sind die Krankenhäuser und Isolationsstationen voll. Rettungsdienste müssen teils weite Strecken für ein freies Bett zurücklegen.

Wir haben mit Dr. Thomas Plappert über das Thema Grippe und den Umgang mit der Situation gesprochen.

Dabei wurde insbesondere auf die Patienten mit erhöhtem Risiko eingegangen:

  • Kinder und ältere Menschen
  • Immunsupprimierte Patienten

Insbesondere muss das Risiko einer bakteriellen Superinfektion erkannt werden und daher eine Verlaufsbeobachtung der Patienten gewährleistet sein. Daher sollte der Hausarzt den Verlauf kontrollieren. Bei Risikopatienten oder relevanten Komorbiditäten keine eine stationäre Aufnahme notwendig sein.

Was muss bei Grippepatienten beachtet werden?

  • symptomatische Behandlung
  • körperliche Schonung
  • ggf. Fiebersenkung
  • ausreichende Trinkmenge

Ein Nachweis von Influenza ist nur bei stationärer Aufnahme aus Isolationsgründen notwendig!

Relevant in Überlastsituationen durch vermehrte Patienten ist insbesondere die schnelle Schaffung von Bettenkapazitäten. Notaufnahmen und Rettungsdienst können nur effektiv arbeiten, wenn der Patientenabfluss und die Weiterbehandlung im stationären Bereich gewährleistet ist!

Insgesamt möchten wir uns allen auf die Schultern klopfen! Trotz der schwierigen Umstände haben wir uns wacker geschlagen! Tag für Tag geben viele Menschen in Rettungsdienst und Krankenhaus ihr Bestes um möglichst allen Patienten gerecht zu werden! Vielen Dank dafür!

 

Mehr Informationen: RKI Arbeitsgemeinschaft Influenza

Autor: gophilipp

Ich bin begeisterter Notfallmediziner aus Nürnberg. Ich arbeite in der Notaufnahme und als Notarzt sowie ärztlicher Dozent und versuche mich mit Nerdfallmedizin an der FOAMed Welt zu beteiligen.

3 Kommentare zu „Influenza – wann hört das endlich auf?“

  1. Hi Matin und Thomas. Hallo Phillip. Freue mich als bodengebundener Notarzt und viel geschundener Allgemeinmediziner immer auf Eure Beiträge. Hinsichtlich der Notaufnahme und des mangelnden Abflusses auf die Station – meint Thomas – sehe ich als Hausarzt den ungebremmsten Zufluss auf die Notaufnahmen der Kliniken. Demnächst wird es immer weniger Hausärzte geben und der Zufluss generell auf die Notaufnahmen der Krankenhäuser zunehmen. Fast keiner meiner Influenzapatienten musste in diesem Jahr ins Krankenhaus. Versorge ich als Notarzt und als Hausarzt – wenn vertretbar – selber. In 6 Monaten schließt meine Praxis ohne Nachfolger. Regionale Hausärzte nehmen nicht mehr Patienten auf. 3500 – 4000 Patienten alleine aus meiner Praxis werden in den Notaufnahmen vorstellig werden. Das schafft ihr auch nicht mit gutem Stationsdienst. Das Personal wäre hoffnungslos überlastet und die Hospitalisierung auch unökonomisch und medizinisch nicht indiziert. Also, was tun? Wie gehen andere Gesundheitssystheme damit um?
    Grüße aus Rothenburg o.d.T.
    BENNY

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    1. Hallo Benny, vielen Dank für deinen Kommentar – und vor allem Dank für die Motivation! 🙂
      Wir in den Notaufnahmen sehen sehr häufig Vorstellungen mit „Männergrippe“ und die Frage nach dem Hausarzt wird mit „hab ich nicht…“ beantwortet.
      Du hast also absolut recht, die Ausdünnung der Praxen und der allgemeinmedizinischen Versorgung besonders in den nicht-urbanen Zentren wird eine massive zusätzliche Last in den Notaufnahmen bringen… und das wird teuer! Ich weiß nicht ob hier von Seiten der „Player“ im Gesundheitssystem echte Pläne existieren…
      Ich denke, wir müssen hier nochmal ein paar Experten vor die Kamera holen und genau dieses Thema besprechen!

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    2. Lieber Benny,

      hab vielen Dank für Deine Antwort. Du hast völlig Recht: die allermeisten Patienten, auch die mit Influenza werden von den Hausärzten ambulant versorgt. Auch in den Notaufnahmen werden die meisten Patienten (übrigens auch die meisten mit Einweisungsschein zugewiesenen!) ambulant behandelt. Alles andere wäre in der Tat unsinnig und weder für Patienten, noch für das Krankenhaus gut. Alleine die Fakten sprechen für sich: 600 Mio. Patientenkontakte verzeichnet der ambulante Sektor pro Jahr, 25 Mio. die ZNAs und nur 17 Mio. stationäre Fälle (als Notfall und elektiv!).
      Wenn nun also statt 100 Patienten pro Tag 150 pro Tag kommen, kann das eine fachärztlich besetzte Notaufnahme noch schaffen, solange die Stationen unmittelbar nach Abschluss der ZNA-Diagnostik verlegt werden können. Wenn allerdings das Team der ZNA auf der Hälfte der Behandlungsplätze „stationäre Versorgung“ machen muss, steht de facto nur die Halbe ZNA zur Verfügung. Dann ist es definitiv nicht mehr zu schaffen!
      Lieber Benny, die Notaufnahmen werden den Hausärztemangel nicht kompensieren können! Wenn nur 5% der Patienten, die heute zum niedergelassenen Arzt gehen, in die ZNAs kommen, verdoppelt das unsere Patientenkontakte! Das ist schlicht nicht leistbar. Weder von den Kapazitäten, noch finanziell, noch ist das überhaupt sinnvoll: Denn die hausärztliche Betreuung ist medizinisch, psychosozial und organisatorisch ein völlig eigener Bereich.
      Ich halte Dir und Deiner Heimat die Daumen, dass sich Kollegen finden, die für Deine Patienten da sind – und sich die KV und die Politik ihrer Verantwortung bewusst wird.
      Liebe Grüße,

      Thomas

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