NERDfall Nr. 23 – Teil 2: Kohlenstoffmonoxidvergiftung

Die Kohlenstoffmonoxid (CO) – Intoxikation – ein wirklich spezielles Thema, was schon viel diskutiert und aufgearbeitet wurde. Dennoch ist es ein Thema, das nicht unterschätzt werden darf und auch in der nächsten kalten Jahreszeit vielleicht wieder aktuell wird.

Ich, Kristin, möchte mich bei euch für diese wunderbare Diskussion über meinen ersten NERDfall bedanken, es war wunderbar den Verlauf und die verschiedensten Differentialdiagnosen mitzuverfolgen!

Gliederung:

  1. Fallauflösung 
  2. CO-Intoxikation – was ist das denn eigentlich?
  3. Better safe than sorry – Eigenschutz
  4. Der aufgearbeitete Fall
  5. Endlich Feierabend!
  6. Take-Home-Message
  7. Quellen
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NERDfall Nr. 23 – Teil 1: Kollaps

Bevor wir in den nächsten Fall starten, darf ich eine grandiose Neuigkeit verkünden: Unser NERDfälle-Team hat Zuwachs bekommen!
Kristin Schuhmann unterstützt uns absofort in der Rubrik und stellt hiermit einmal kurz sich selbst und dann auch gleich den August-Fall vor:

Hallo, ihr lieben NERDfall begeisterten Menschen da draußen – und herzlich Willkommen zu meinem ersten NERDfall! Ich bin Kristin und darf Wiebke und Navid in Zukunft hier in dieser Kategorie unterstützen. Ich bin über den Schulsanitätsdienst in die Notfallmedizin geraten und kann mir keinen besseren Bereich in der Medizin vorstellen. Ursprünglich bin ich gelernte Rettungsassistentin, inzwischen auch Notfallsanitäterin und Medizinstudentin im klinischen Abschnitt. Ich bin ein Fan von guter Kommunikation, nerdigen, fairen Diskussionen, trinke dabei gerne guten Kaffee und bin begeistert von Menschen, die begeistern.

Und jetzt genug von mir! Ich hab euch heute einen Fall aus dem Archiv mitgebracht, mit einem ganz klassischen und tagtäglichen Einsatzbild – viel Spaß wünsche ich euch hier und in der Telegram-Gruppe!

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EKG-Quickie: Achtung bei Killer-Bs! 🐝

Achtung vor den „Killer-Bs“!🐝 Im neuen EKG-Quickie mit Klaus Fessele geht es aber nicht um süße Bienchen, sondern um Zeichen, die auf eine bedrohliche Hyperkaliämie hindeuten können. Und wenn wir wissen, dass eine Hyperkaliämie existiert zeigt das Auftreten einzelner oder gar mehrerer „Killer-Bs“, dass wir jetzt sofort handeln müssen!

Die Killer-Bs

  • Bradykardie
  • Block (z.B. AV-Block, ggf. mit Ersatzrhythmus)
  • Breite Kammerkomplexe
  • Bizzarre Konfiguration

Bei Auftreten von „Killer-Bs“ sollte unbedingt eine Hyperkaliämie in Betracht gezogen werden.

Eines der frühesten Zeichen einer Hyperkaliämie können insbesondere erhöhte T-Wellen sein. Erhöhte T-Wellen können auch als hyperakute T-Wellen in der Frühphase eines akuten Myokardinfarkts auftreten. Ganz formale Unterscheidungskriterien gibt es nicht, aber tendentiell werden Hyperkaliämie-T-Wellen als „gleichschenkelig“ beschrieben (danke für den Hinweis an Manfred!). Hier gibt es noch einen Artikel zu STEMI-Mimics inkl. spitzen T-Wellen bei Hyperkaliämie (open access).

Szenarien

Passende Klinik + Killer-Bs (aber Hyperkaliämie noch nicht bekannt)
→ An Hyperkaliämie denken, wenn keine Messung verfügbar (z.B. prähospital ohne BGA): Kalkulierte Therapie mit Calcium i.v. erwägen.

Killer-Bs 🐝 bei Hyperkaliämie
→ Sofortige Therapie! Je mehr Killer-Bs, desto schlechter das potentielle Outcome. Sofort Calcium i.v. (z.B. 30ml Calciumgluconat 10% als Kurzinfusion über mind. 5 Minuten), dann je nach Zustand / Situation weitere Kaliumsenkende Maßnahmen bis hin zu Akut-Dialyse.

ERC Hyperkaliämie Algorithmus 2021 (Quelle: European Resuscitation Council 2021; Resuscitation – in Press https://cprguidelines.eu)


Weiterführende Artikel

Nerdfallmedizin:

Dann gibt es noch einen sehr schönen Artikel und Podcast zu kaliumsenkenden Maßnahmen bei den PinUp-Docs.

NERDfall Nr. 21 – Teil 2: Die persistierende VT

Wie erwartet ging es in der, Diskussion diesmal vor allem um die Beurteilung des Patientenzustandes, Antiarrhythmika und Kardioversion.
Es waren wie immer super aufmerksame, weitsichtige und nerdige Aussagen dabei und wir hoffen nun auch wieder mit unserem Material ein wenig Input zum Thema geben zu können.
Viel Spaß und bis zum nächsten Mal!

[Wer einen Blick auf Teil 1 werfen möchte, kann das hier gerne tun.]

Es werden Blicke im Team ausgetauscht und die Entscheidung getroffen, nach einer zweiten Dosis Propofol ein drittes Mal zu schocken. Nun wird mit 200J kardiovertiert. Der Rhythmus hält sich weiter wacker. Es wird gesammelt entschieden, den soweit kreislaufstabilen Patienten nun mit diesem EKG-Bild nach telefonischer Absprache in den Zentralversorger zu transportieren.

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EKG-Quickie: Schrittmacher!

Schrittmacher im EKG können schnell verwirrend sein – was sollen die „Spikes“ und welche Hinweise auf eine Schrittmacherfehlerfunktion gibt es? 

Wie immer fantastisch aufbereitet von unserem Dr. Klaus Fessele!

Vorgehen bei Patient:innen mit Schrittmacher:

  • Schrittmachererkennung im Monitor aktivieren (wenn nicht automatisch an)
  • Zweite Monitoring-Modalität (z.B. gute Pulsoxymetrie)

Schrittmacher-EKG fokussiert + strukturiert anschauen:

  • Spikes vorhanden?
  • QRS nach Spike? (und auch Auswurf = z.B. Pulsoxy-Kurve oder getasteter Puls)
  • Spikes „korrekt“? (zum richtigen Zeitpunkt)

Hier gibt’s von uns mehr zur Schrittmachertherapie im Notfall – dem transkutanen Pacing.

Mehr EKG-Videos mit Klaus:

NERDfall Nr. 21 – Teil 1: Der Patient mit ausgelöstem ICD

Na wenn das mal kein Fall ist, mit dem wir wirklich jeden Tag rechnen können und müssen. Mal schauen, wie ihr agiert hättet!

Die RTW-Besatzung, bestehend aus 2 NFS und einem RH-Praktikanten, ist mit Sonder- und Wegerechten auf dem Weg zu einem kardiologischen Notfall; auf Anfahrt befindet sich ebenfalls ein NEF. Ziel ist ein Mehrfamilienhaus in einem überschaubaren 20.000 Seelen Ort, denn dort hätte der implantierte Defi eines Patienten zweimal ausgelöst.
Über Funk ergänzt die Leitstelle, dass der Patient laut Angehörigen aktuell wach und ansprechbar wäre. Das Boardsystem lässt über den Standort des NEF vermuten, dass es ca. 6-7min später eintreffen wird.

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NERDfall Nr. 16 – Teil 2: TLoC, Synkopen-Abklärung, Long QT

Teil 1 verpasst? Hier geht es zur Fallvorstellung.

Es folgt – wie immer – die Auflösung von NERDfall Nr.16 samt weiterführendem Material im Anschluss. Viel Freude damit und bis bald! 🙂

Gliederung:

  1. Fallauflösung
  2. Kurzversion des Artikels
    — Beginn Langversion des Artikels —
  3. TLoC
    3.1 Konvulsive Synkope vs. andere TLoCs
  4. Synkope
    4.1 Vorgehen bei Synkope
    4.2 Allgemeine Übersicht
  5. Long QT
    5.1 QT-Zeit (bestimmen)
    5.2 Allgemeines zu LQT
    5.3 Torsades-de-Pointes
    5.4 Welche Medikamente sind QT-verlängernd?
    5.5 Akutes Vorgehen bei LQT
  6. Quellen und Weiterführendes

1. Fallauflösung:

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NERDfall Nr.16 – Teil 1: Schon wieder?

Zweimal hintereinander zum gleichen Einsatzstichwort? Wie im echten Arbeitsleben! 😉 Wie dem auch sei – was denkt ihr? Wie würdet ihr vorgehen? Diskutiert wieder mit und habt Freude mit dem neuen NERDfall – hier kommt unsere Nr.16!


An einem milden Donnerstagnachmittag im Oktober wird das Tischtennisturnier einer kleinen Rettungswache jäh unterbrochen, als der 1/83-2 zum Krampfanfall alarmiert wird. Mit Sonder- und Wegerechten geht es zu einer wohl 15 Jahre alten Patientin, nach 9-minütiger Anfahrt drückt das Team Status 4. Der Einsatzort scheint ein schönes, ländlich gelegenes Einfamilienhaus zu sein.

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Nerdwoche am 26.09.2021

Zur Bundestagswahl haben auch wir frische News, aber natürlich nur zu Notfallmedizin 😉

Absaugen bei massivem Erbrechen – dafür gibt es einige spezielle Techniken (die man am SALAD Simulator üben kann) – aktuell gibt es einen kostenlosen Artikel dazu hier: https://www.springermedizin.de/sicherung-der-atemwege/techniken-in-der-notfallmedizin/einfach-und-praktisch-suction-assisted-laryngoscopy-and-airway-d/18088506

Hier eine tolle Zusammenfassung über die 10 Top Trauma-Paper vom letzten Jahr! https://www.stemlynsblog.org/top-10-trauma-papers-for-trauma-uk-conference-2020-2021-st-emylns/

Ketamin ist sicher eines der hippsten Medikamente in der Notfallmedizin! Hier gibt’s einige spannende Hintergrundinfos zu unserem Liebling : https://boa.coach/2021/09/22/nmda-ketamin/

Und gleich weiter mit Ketamin: Eine (kleine) Studie von i.m. Ketamin vs. Midazolam/Haloperidol bei akuter Agitation: https://journalfeed.org/article-a-day/2021/ketamine-vs-midazolam-haloperidol-for-acute-agitation

Schulter mit Ultraschall untersuchen? Klingt spannend, gibts in nur 5 Minuten bei Coreultrasound: https://www.coreultrasound.com/5ms_rotator/

Zahnverletzungen sind gar nicht so selten und eine kleine Auffrischung tut immer gut: https://www.aliem.com/smiler-102/

Und ein spannendes Rhythmus-EKG gibt es auch nicht: Schnell, schmal, regelmäßig… was ist das? Und versteckt sich da ein STEMI? http://hqmeded-ecg.blogspot.com/2021/09/a-woman-in-her-60s-with-palpitations.html

EKG Quickie: Aslanger – ein besonderes Ischämie-Bild!

Endlich ist es wieder soweit – ein neuer EKG-Quicke mit Dr. Klaus Fessele. Diesmal geht es um das „Aslanger Muster“.

Die formalen Aslanger-Kriterien:

  1. Isolierte inferiore ST-Hebung in III
  2. ST-Senkung mind einer Ableitung V4-6 (mit positiv/terminal positiver T-Welle)
  3. ST-Strecken V1 > V2

Wichtig (auch wenn man sich die exakten Kriterien nicht merkt): Bei ST-Senkungen IMMER nach ST-Hebungen (auch isolierten!) suchen und mit Klinik kombinieren… vielleicht steckt ein OMI dahinter.

Hier gibt’s allgemeine Informationen zu Hochrisiko-EKGs.

Mehr Informationen zum Aslanger-Muster: